SALOME

KOnzePT Kompanie HANDMAIDS I SpiEL Astrid Kjær Jensen/Emilie Jedwab Wroclawski, Sabine Mittelhammer, Ulrike Langenbein I RegiE Astrid Griesbach I AUSstaTTung Verena Waldmüller I MUsik Florian Hawemann I ProduktionsLEITUNG/PR ehrliche arbeit - freies Kulturbüro I RegieAssistenZ Simon Kaeppler

Eine Produktion der Kompanie HANDMAIDS, gefördert durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin - Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten

unterstützt von

 

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SALOME - Oscar Wildes Drama als provokantes Märchen in 75 Minuten.

Eine Marmorterrasse im Jahre 28 n. Chr., der Mond, ein brudermordender, lüsterner König, eine verbitterte Ehefrau und ein Prophet in einer Zisterne. Und mittendrin SALOME, Tochter der Herodias, Prinzessin von Judäa, Kindfrau, Femme fatal, Jeanne d'Arc und Antiken-Lolita.
Aber wer ist sie wirklich?
Wir tauchen auf und zugleich ab in Salomes papiernes Universum. Herrscher werden zusammengefaltet und Königreiche zerrissen. Wir stellen die Prophetenfrage und den Propheten Fragen. Wir wollen wissen, was in den geheimsten Schriften jener Frau steht, die die Bibel überlebte, unzählige Gemälde ziert und in jedem dritten Nachtklub tanzt.

Salome – zum Lustsymbol erzogen – die Gesetze des Patriarchats missachtend, die Säulen männlicher Machtpaläste zum Einsturz bringend, wird dafür hingerichtet – ein fleischliches Beispiel für die erschütternde Aktualität antiker Rollenbilder

PRESSE

Das Spiel mit dem Licht - von Lisa Handler - 05. August 2016 - Kleine Zeitung Graz
"Effektvolle Papierflut: In „Salome“ hinterlässt die Kompanie Handmaids Berlin ein ausdrucksstarkes papiernes Schlachtfeld auf der Bühne des Next Liberty in Graz.(..) Mit gefühlvollem Lichtspiel und humorvoll wechselndem Sprachstil zeigen die Handmaids als Schauspielerinnen, Puppenspielerinnen und Erzählerinnen, dass alte Rollenbilder auch heute noch präsent sind. Kostüme, Requisiten und Figuren – die Bühne mutiert zum papiernen Universum. Beeindruckend ist der lüsterne König Herodes als monumentaler Papierfetzen, der bedrohlich hinter einer Schattenwand hervorkommt und Salome Avancen macht. Eine tolle Inszenierung über Machtspielchen und Begehren."

La Strada und Figurentheater - von Eveline Koberg - 06. August 2016 - tanz.at
„Salome“ ist eine dieser schillernden Figuren. Und die junge, deutsch-dänische Kompanie „Handmaids Berlin“, ein Animationskollektiv, vollzieht ihre Auseinandersetzung mit diesem vielschichtig rezipierten und unzählige Male künstlerisch be- und durchgearbeiteten Charakter in höchst eigenständiger, kreativ-frecher Herangehensweise. Umsetzbar, weil Astrid Jensen, Sabine Mittelhammer und Ulrike Langenbein unter der Regie von Astrid Griesbach höchst bühnenpräsent in ihren unterschiedlichsten Rollen lust- und humorvoll intelligent agieren. Sie verstehen gleichermaßen ein zusammengeknülltes Papier zum weiblichen Selbstbewussten einer Salome zu erwecken wie sie in deutschen Idiomen zu switchen imstande sind oder mit entzückend doppelbödigen Wortspielen den Einstieg in ihre BühnenWelt erleichtern . Sie beleben Mini-Faltpapier-Puppen zu über Gott philosophierende Arbeiter mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie sie, tobend über das Geschehen, die (Papierberg-)Welt umzuschichten trachten - und aus dem selben Papier den zu opfernden Kopf wutentbrannt kreieren. Sie formen aus ein paar Papierfetzten einen (königlichen) Lustmolch der fiesest unterschwelligen Art und drehen sich in einem Pas de Trois, dem entscheidenden, letzten Tanz. In wogenden (Papier-)Wellen wird diese Gestalt umspült, die unzählige Künstler beschäftigte und dem „einfachen Menschen“ noch heute Symbol für Erotik einerseits und Grausamkeit andererseits, aber eben auch wie hier hochaktuell und greifbar zeitgemäß herausgearbeitet, für die Kraft des Weiblichen, für eine Auflehnung gegen das Patriachat steht. "

Ein Messie-Opus der Kompanie Handmaids - von Tom Mustroph - FIDENA - die aktuelle Kritik - Oktober 2015
„Am Anfang ist das Papier. Unter einem riesigen Berg zerknüllten Papiers arbeiten sich die drei Handmaids Astrid Kjær Jensen, Sabine Mittelhammer und Ulrike Langenbein an die Oberfläche. Sie suchen und wühlen, tauchen ab in das Papiermeer und fördern schließlich eine winzige Figur zutage. Die wird behutsam vierhändig bewegt - ein köstlicher Aufwand, der jede Figurenspieleffektivitätsrechnung ad absurdum führt.(..) Dies ist ein schönes Entree für die Salome-Geschichte. Ein zweites Vorspiel gibt es auch noch: Einen Sieben-Schleier-Tanz-Workshop (...) Spätestens hier haben die Handmaids, inszeniert dieses Mal von Astrid Griesbach, die Herzen ihrer Zuschauerschaft erobert.Der Palast des Herodes entsteht vor aller Augen vor allem dank einer beherzten Figurenaufstellung der Personage. Ein Griff in den Papierhaufen - und schon entsteht aus den Fetzen ein Höfling, dessen Snobismus dem Versailles Ludwig XIV. nachempfunden ist. (..) Grandios schließlich die Gestalt des Herodes. Herrscher, Realpolitiker, Lustmolch, legendärer Kindertöter - er erscheint als gewaltige Papierfetzenkomposition (..)Der wilde Wechsel der Spielmodi sorgt für immer neue Reize. Mal entstehen die Figuren blitzschnell aus einer flugs gegriffenen Papierbahn, dann wieder wird das Papier sorgsam geordnet und verbindet sich mit dem Körper einer Spielerin zu einem übermenschengroßen Analog-Cyborg, zuweilen übernehmen auch die Spielerinnen selbst, ganz ohne Objekte, unterstützt nur durch so schöne wie funktionale Kostüme und eine gut akzentuierende Maske, die Handlung. Das begeistert. (..) Ebenso die immer neuen Perspektiven, aus denen die Geschichte beleuchtet wird. (...) Der berühmte Tanz, mit dem Salome die Sinne aller Männer inklusive Opa Herodes und wohl auch mancher Frauen benebelte, so dass der kollektive Prophetentötungsrausch von ihnen überhaupt Besitz ergreifen konnte, findet schließlich in Form einer großen Papierwolkenturbulenz statt. Ein Höhepunkt, fürwahr. (..)"

Nightclub Lolita? Jeanne d´Arc für eine Nacht?
Diva en miniature? Kindfrau? Femme fatale?

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